Neubau Alterszentrum St. Bernhard im Langäcker Wettingen

  • Auftraggeber
    Alterszentrum Sankt Bernhard (Wettingen)
  • Wettbewerbsverfahren
    Studienauftrag 2015: 1. Preis
  • Verantwortliche Partner
    Matthias Baumann & René Bosshard
  • Projektteam
    Judith Hopfengärtner (PL), Antonia Forster, Laura Kälin, Francine Rotzetter
  • Visualisierung
    Masswerk Architekten AG (Luzern/Zürich)

Mit einer eigenständigen, gut lesbaren Figur begegnet das neue Alterszentrum dem heterogenen Kontext. Drei ineinander geschobene und versetzte Rechteckkörper mit eingesenkten Innenhöfen besetzen das Gelände aus der Mitte heraus und nehmen mit ihrer Höhenstaffelung Bezug auf die Umgebung: Auf die kleinmassstäbliche dörfliche Textur nördlich und westlich des Grundstücks reagiert das Gebäude mit grosszügigem Abstand und einem niedrigeren, dreigeschossigen Gebäudeteil. Ein vier- und ein fünfgeschossiges Volumen befinden sich im Südosten der Parzelle. Diese profitieren von den dort angrenzenden Freiräumen um den Kindergarten und die benachbarten höheren Wohngebäude.
Das Hofgebäude hat sich als leistungsfähige Typologie erwiesen wenn Übersichtlichkeit, und Effizienz in der Erschliessung und grosse strukturelle Flexibilität angestrebt werden. Der gemeinschaftsbildende Aspekt weist  ihn als besonders geeignet aus für die vorliegende Bauaufgabe eines Alterszentrums mit mehr als 150 Bewohnerinnen und Bewohnern, sowie mit zahlreichen Mitarbeitenden und Gästen.
Der Grundriss ist als dreiteilige Figur aus rechteckigen Gebäudekörpern konzipiert, die entlang einer verbindenden Achse leicht ineinandergeschoben sind. Der mittlere Gebäudekörper bildet das logische Zentrum der Anlage und bietet Orientierung und Übersicht über die Gesamtkonfiguration. Die drei Trakte verfügen jeweils über Innenhöfe, um welche die Erschliessung angeordnet ist. An den Schnittstellen der drei Körper befinden sich die vertikalen Erschliessungen mit den beiden Haupttreppenhäusern.
Vom Hauptzugang an der Langäckerstrasse gelangen die Besucherinnen und Besucher direkt in das Zentrum des Gebäudes. Die Eingangshalle mit dem Empfang gewährt diagonale Blicke durch die transparent gestalteten öffentlichen und halböffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss. Es stellt sich als lebendige Bühne für das kollektive Leben dar, mit fliessenden Bewegungs- und Begegnungsräumen sowie vielfältigen Blickbeziehungen über die Höfe auch zu den darüber liegenden Wohn- und Pflegeabteilungen. Um den grosszügigen zentralen Innenhof sind die öffentlichen Aufenthaltsbereiche Restaurant und Cafeteria mit Mehrzwecksaal organisiert. Um den südlichen Hof gruppieren sich Apotheke, Spitex und Verwaltungsbereiche, sowie die Arztpraxis.
In den Obergeschossen ist jede Pflegestation übersichtlich um einen Innenhof organisiert. Sichtbezüge über den Hof hinweg, zum gemeinschaftlichen Erdgeschoss und zum Aussenraum schaffen eine hohe Qualität in den Erschliessungs- und Aufenthaltsbereichen; sie ermöglichen zudem eine gute und einfache Orientierung im Gebäude.
Die Freiräume auf dem Areal des Alters- und Pflegeheims verweben sich mit dem Quartier und bieten vielfältigen Nutzungsqualitäten. Ein identitätsstiftender Ankunftsbereich verleiht dem Zentrum eine angemessene Adresse und verschränkt es mit seinem Umfeld. Der westliche, dreiseitig gefasste Gartenhof bietet attraktiv besonnte Aufenthaltsmöglichkeiten vor der Cafeteria. Von dem nördlichen, an die Bifangstrasse und den dortigen Quartierladen angrenzenden Platz öffnet sich der Blick auf den Sulperg und den Rebberg. Der Grünraum auf der Westseite ist als ruhiger, naturnaher und abwechslungsreicher Aufenthaltsort für die Bewohnerinnen und Bewohner ausgestaltet, mit Spazierpfaden, Bänken und Blumenbeeten.